Kuchentratsch im Bücherregal

In vielen Familien geben die Mütter ihre Backkunst an die nächste Generation weiter. Die Großmutter an die eigene Mutter und diese an meine Generation. Doch was machen junge Frauen wie ich, die solch eine Familientradition nicht haben? Omas hat man aufgrund räumlicher Distanz nur ab und an übers Jahr gesehen und die eigenen Mutter hat stets für alle Feierlichkeiten den bekannten Käsekuchen gebacken – den weltbesten Käsekuchen übrigens. Dennoch ging mein eigenes Repertoire nie über den besagten Käsekuchen und einen leckeren Marmorkuchen hinaus. Unter anderem für Fälle wie mich, gibt es nun den „Kuchentratsch“ als Buch vom frechverlag.

Der Ursprung dieses Buches liegt aber nicht, wie allzu häufig in diesen Tagen von Bloggern oder Frauen, die einfach gerne und gut backen. Das Buch stammt von zwei jungen Frauen, die Seniorinnen die Möglichkeit geben ihre Leidenschaft des Backens wieder auszuüben und daraus eine Geschäftsidee entwickelt und umgesetzt haben.

Autorinnen
Katrin Blascke und Katharina Mayer, beide mit dem Bachelorabschluss in Wirtschaft, haben im April 2014 .kuchentratsch ins Leben gerufen und backen dreimal die Woche in einer Münchner Backstube (Landsberger Straße 59) mit 24 Seniorinnen und einem Senioren, die auf 450 Euro-Basis angestellt sind. Nussecken, Muffins und den Marmorkuchen verschicken die beiden sogar deutschlandweit. Die anderen Kuchen können entweder vor Ort abgeholt werden oder man lässt sie sich liefern. Diesen Service kann man zurzeit aber nur im den Stadtraum München nutzen.

Die eigenen Großeltern standen dem Vorhaben ihrer Enkelinnen zu Beginn eher skeptisch gegenüber, haben sich aber überzeugen lassen und finden das Business der jungen Damen mittlerweile richtig gut.

Katharinas Oma hat am Anfang sogar mit gebacken und später bei diesem Buch als Oma Astrid mitgewirkt.

Küchentratsch_Cover_DetailMein Eindruck
Das Buch kommt in einem quadratischen Format daher und ist in einem schönen Hardcover gebunden. Schöne Bilder, die nicht auf Hochglanz poliert wurden, und einen direkt in die Backstube zu den Seniorinnen versetzt.

Es beginnt mit einer Einleitung und einem kleinen Interview der Autorinnen.

In weiteren acht Kapitel stellen sich die ebenso viele Seniorinnen Astrid, Renate, Regina, Elfie, Anke, Inge, Erika und Maria Anna jeweils mit einem Steckbrief, wie man ihn aus den Freundebüchern von früher kennt. Insgesamt 24 Rezepte stellen die Damen mit kleinen Tipps und Tricks vor. Zum Schluss gibt es unter „Was man alles braucht“ eine kleine Warenkunde.

Möchte man noch seine eigenen Rezept in diesem Buch festhalten kann man dies im mitgeliefert kleinen Büchlein machen.

Alle Rezepte sind bodenständig, sowie ich mir meine eigenen Omas beim Backen vorstelle. Kein Chichi, keine aufwendigen Torten, einfach leckere Kuchen.

Fazit
Ich, die eigentlich nicht wirklich zu den tollen Bäckerinnen gehört, fühlte sich direkt abgeholt. Kuchentratsch ist für mich genau das richtige Buch. Einfache, bodenständige und leckere Rezepte, die auch von meinen Omas sein könnten. Abgerundet werden die Rezepte durch kleine Tipps und Tricks der Seniorinnen, die einem seine Oma auch auf einen Zettel zum Rezept geschrieben haben könnte. Erfahrene Bäckerinnen werden das für überflüssig halten, da man das doch ohnehin wissen sollte. Für mich rundet das allerdings jedes Rezept ab.

Für mich ist dieses Buch daher eine absolute Kaufempfehlung für alle, denen es so erging wie mir, die keine überlieferten Rezepte von Mutter und Oma in der heimischen Küche anwenden.

Zur kommenden Adventszeit kann man auf .kuchentratsch.de Plätzchen, Lebkuchen und Stollen online bestellen, die deutschlandweit versendet werden. Also, auf was wartet ihr?

P.S.:
In den kommenden Tagen gibt es noch ein leckeres Rezept aus diesem Buch.

Küchentratsch_Cover_150pxKuchentratsch*
Omas verraten ihre Geheimrezepte
von Katharina Mayer, Katrin Blaschke
frechverlag GmbH
ISBN 978-3772480041
15,99 Euro, 96 Seiten

 

 

 

*Dieses Buch wurde mir vom Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Auf meine freie Meinung nimmt dies aber keinen Einfluss.*

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